Das historische Bad Stachelberg in Linthal
Eine Schwefelquelle zwischen Linthal und Braunwald ist der Ursprung des Tourismus im südlichen Glarnerland. Seit 1768 genutzt, wurde das spärlich fliessende Schwefelwasser erstmals durch hölzerne Teuchel in einen Kuhstall mit fünf Badewannen geleitet. Trotz der improvisierten Einrichtung breitete sich der Ruhm des heilenden Wassers rasch aus. 1830 wurde das erste Kurhaus bezogen und 1902 beherbergten 150 Zimmer die Kurgäste, dazu kam ein Speisesaal für 300 Personen sowie ein Raucherzimmer, Damen- und Tanzsalons.

Neben den Schwefelbädern kamen mehr als zehn Arten Medizinalbäder zur Anwendung. Der Bau des Tennisplatzes machte Bad Stachelberg vollends zum Treffpunkt der internationalen High Society. Ohne Umsteigen konnte man mit der Bahn von Paris nach Linthal gelangen.

Mit dem 1907 eröffneten Hotel Bellevue in Braunwald samt der Standseilbahn erhielt das Stachelbergbad mit den dortigen Höhenkuren eine ernsthafte Konkurrenz.

Das Stachelbergbad stand als das «kräftigste, schönstgelegene und komfortabelste» im Zenith seines Ruhmes, bevor der Erste Wetkrieg sein abruptes Ende brachte.


Das neue Bad Stachelberg in Linthal
Das Stachelbergbad soll nun wieder zu neuem Leben erweckt werden. Die Initiantengruppe hat in den vergangenen drei Jahren auf verschiedenen Ebenen Abklärungen getroffen und im Februar 2009 nachfolgendes Informationsbulletin über den Stand der Arbeiten erstellt:


Kleinere Schritte beim Projekt Glarner-Resort Stachelbergbad
Die Zeit ist noch nicht reif für ein grosses touristisches Resort in Linthal. Die Projektgruppe wird ohne Zeitdruck das Projekt in kleineren Schritten weiter vertiefen und aktiv nach Partnern und Investoren für die Umsetzung schauen.

Eine sechsköpfige Projektgruppe aus GlarusSüd stellt in den vergangenen drei Jahren ein Initiantenprojekt für einen touristischen Resort in Linthal auf die Beine. Daraus wird mit kantonaler Unterstützung durch Innotourgelder mit einem Resort-erprobten Marketingexperten ein professionelles Konzept samt Businessplan. Die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredite gibt diesem Projekt in schwierigem Umfeld gute Umsetzungschancen. Der Bodeneigentümer beim geplanten Standort Durnagel, der Tagwen Matt Linthal, ebnet im April 2008 an seiner Versammlung trotz Gegenwehr den Weg zur Umsetzung. Soweit so gut.

Das neue Stachelbergbad war immer und ist grundsätzlich weiterhin angedacht als Entwicklungs-Projekt für die ganze Region, resp. den ganzen Kanton, wie dies früher im Kanton Glarus bei verschiedenen Sportbahnenprojekten oder zum Beispiel in neuerer Zeit für das Feriendorf Urnäsch der Fall war. Die notwendige politische Akzeptanz und Unterstützung für das Glarner-Resort Stachelbergbad konnte im Kanton Glarus bislang nicht in der notwendigen Breite erreicht werden.

Das Glarner-Resort Stachelbergbad sollte in der Folge als privatwirtschaftlich orientiertes Investorenprojekt der Umsetzung zugeführt werden. Für diese Vorgabe ist das derzeitige touristisch-wirtschaftliche Umfeld im Speziellen im Kanton Glarus nicht so gelagert, dass Investoren Schlange stehen. Selbst Insidern fehlen die erforderlichen Connections für eine zügige Verwirklichung. Um die notwendigen Verbindungen aufzubauen braucht es Zeit. Dies haben vergleichbare Projekte aufgezeigt.

Nicht nur für die Umsetzung als breit abgestütztes Entwicklungsprojekt, sondern auch als Investorenprojekt braucht es zudem die Akzeptanz der Bevölkerung. Es gibt zwei Tendenzen. Bei beiden Orientierungsversammlungen der Initianten waren die Säle übervoll. Im persönlichen Gespräch wurde und wird dem Projekt grosses Interesse entgegen gebracht. Andererseits gibt es der Skeptiker nicht wenige. So mussten die Initianten schmerzhaft zur Kenntnis nehmen, dass es von Aussen äusserst negativ aufgefasst wird, wenn der zuständige Gemeindepräsident sich in der nationalen Presse gegen den Standort eines touristischen Grossprojektes in seiner Gemeinde äussert.

Diese Umstände und die derzeitigen Rahmenbedingungen führen dazu, dass kleinere Schritte oder Etappierungen notwendig sind. Vielleicht lässt die viel beschworene Aufbruchstimmung im Kanton Glarus ein touristisches Grossprojekt erst in der neuen Grossgemeinde zu. Die Initianten engagieren sich mit weiteren Interessierten auch im 2009 für ein starkes touristisches Resort im Glarnerland, machen jedoch die nächsten Schritte ohne Zeitdruck und Zeitvorgaben.


Kontakt
Kaspar Marti-Kock, Allmeind, 8765 Engi
hauser.marti@bluewin.ch